Sina Augustins Werke entstehen in einem mehrschichtigen Prozess aus Intuition, Beobachtung und Reflexion. Ausgangspunkt ist meist kein konkretes Motiv, sondern ein Eindruck: eine besondere Lichtstimmung, eine Form aus der Natur, ein architektonisches Detail oder ein Moment ästhetischer Harmonie. Diese Beobachtungen verdichtet sie zu abstrakten Bildräumen, die Raum für individuelle Wahrnehmung und Interpretation lassen.
In ihrer Arbeit kombiniert sie unterschiedliche Materialien, feine Strukturen und zahlreiche Schichten. Bereiche werden aufgebaut, überarbeitet oder teilweise wieder zurückgenommen. So entstehen Werke mit visueller Tiefe, deren Details sich oft erst im Zusammenspiel von Abstand, Perspektive und Licht erschließen.
Ein prägendes Element ihrer Arbeiten ist Gold. Es reflektiert das Umgebungslicht, verändert sich im Tagesverlauf und verleiht den Bildern eine lebendige Präsenz. Dadurch wirken die Werke nicht statisch, sondern verändern sich mit ihrem Raum und den Blickwinkeln ihrer Betrachter.
Der Entstehungsprozess folgt keinem festen Plan. Zwischenstände begleiten die Künstlerin oft über mehrere Tage hinweg, sodass sie deren Wirkung immer wieder neu wahrnehmen kann. Erst wenn ein Werk Ruhe, Balance und Spannung zugleich ausstrahlt, betrachtet sie es als vollendet.
So entstehen Unikate, die zum Verweilen einladen: Bildräume, die das Sehen entschleunigen und bewusste Wahrnehmung fördern.


